Allgemeine Psychologie und Neuropsychologie

Abgeschlossene Projekte

Die kognitive Beeinträchtigung von ADHD-Kindern im Vorschulalter

SNF Forschungsprojekt

Hauptgesuchsteller

  • Prof. Dr. Walter Perrig 

Mitgesuchsteller

  • Dr. Franz Kaufmann

         Leiter des psychologischen Dienstes der Kinderklink des Inselspitals

MitarbeiterInnen

  • lic. phil. Prisca Zulauf (Doktorandin)
  • cand. phil. Roman von Wartburg (Hilfsassistent)
  • cand. phil. Renate Krebs-Bernhard (Hilfsassistentin)

Projektbeschrieb

Ziel dieses Projekts ist die Untersuchung kognitiver Prozesse bei Vorschulkindern mit Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitäts-Störungen (Attention Deficit Hyperactivity Disorder, ADHD). Bei ADHD handelt es sich um Verhaltensauffälligkeiten, die eine Vielzahl von Eltern, Lehrern, Psychologen und Mediziner beschäftigen. Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen stellen komplexe Störungsmuster dar, deren Hauptmerkmale in den Bereichen Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsi- vität anzusiedeln sind. Neben den Störungen auf der Verhaltensebene zeigen ADHD-Kinder auch kognitive Beeinträchtigungen. Wodurch diese jedoch verursacht sind, ist bis heute nicht klar. Die für die ADHD-Störung charakteristischen Probleme setzen in der Regel bereits im Kleinkindalter ein. Empirische Erkenntnisse in diesem Altersbereich fehlen jedoch bisher fast vollständig. Das vorliegende Forschungsprojekt ist im Bereich der kognitiven Grundlagenforschung anzusiedeln und widmet sich diesem vernachlässigten Altersbereich. Die geplante Grundlagenforschung soll einerseits die kognitiven Besonderheiten von Kindern mit Verdacht auf ADHD erfassen sowie andererseits die Basis für eine verbesserte Diagnosestellung dieser Störung und eine darauf aufbauende Behandlung schaffen. Angestrebt wird insbesondere auch eine genauere Differentialdiagnostik, welche die ADHD-Problematik in Abgrenzung zu anderen Problemen, wie etwa der Lernbehinderung, identifizieren kann. Unter Berücksichtigung kognitionspsychologischer Theorien sollen verschiedene am Verhalten beteiligte Verarbeitungskompo- nenten, wie z.B. Arbeitsgedächtnis, Hemmungsprozesse und automatische und kontrollierte Verarbeitungsprozesse erfasst werden. Dabei wird insbesondere der Frage der Aktivierung bzw. Hemmung und der Kapazitätslimiten von Verarbeitungs- prozessen spezielle Aufmerksamkeit geschenkt. Der Forschungsplan umfasst Aufgaben, die die verschiedenen Informations- verarbeitungskomponenten bei 40 Kindern mit Verdacht auf ADHD im frühen Alter von vier bis fünf Jahren, 40 Kindern mit anderen Problemen (vorwiegend Lernbehinderung) sowie bei 40 unauffälligen Kontrollkindern untersuchen und messen sollen. Da die Versuchsdurchführung in der spezialisierten Abklärungsstelle der Universitäts-Kinderklinik des Inselspitals stattfindet, werden diese Aufgaben mit Standardverfahren ergänzt, die in der Abklärungsstelle zum Einsatz kommen. Im Hinblick auf die Ergebnisse ist zu erwarten, dass gewisse Erkenntnisse in die Diagnostik umgesetzt werden können, andere wiederum eher für die Behandlung relevant sein werden.