Resultate

Resultate „Erinnerungsexperiment“
(Frühling/Sommer 2012)

 

Die Studie „Erinnerungsexperiment“ befasste sich mit dem Absichtsüberlegenheitseffekt. Dieser Effekt benennt das Phänomen, wonach beabsichtigte Aktivitäten besser erinnert werden als erledigte Aktivitäten (Goschke & Kuhl, 1993; Marsh, Hicks, & Martin, 1998; Maylor, Chater, & Brown, 2001; Maylor & Darby, 2000). Das Ziel der Studie war es herauszufinden, wie dieser Effekt von der Valenz der Erinnerungen (spezifisch positive und negative Aktivitäten) beeinflusst wird. Die Resultate von Studie 1 zeigten, dass allgemein mehr positive als negative Aktivitäten erinnert werden. Es zeigte sich aber auch, dass bei einem spezifischen Abruf von positiven oder negativen Aktivitäten mehr vergangene als zukünftige Aktivitäten berichtet wurden.

In einer zweiten Studie wurden die Teilnehmenden daher gebeten, die berichteten zukünftigen und vergangenen Aktivitäten erst nach dem Abruf als positiv oder negativ zu bewerten. Diese Resultate zeigten wieder, dass  mehr positive als negative Aktivitäten erinnert wurden. Ausserdem zeigte sich nun auch der Absichtsüberlegenheitseffekt. Diese Resultate sprechen dafür, dass es einfacher ist Aktivitäten mit einer spezifischen Valenz aus der Vergangenheit als aus der Zukunft zu erinnern.

Die Studie wurde als Poster an der „Tagung experimentell arbeitender Psychologen“ (TeaP 2013) vorgestellt. Das Handout dazu ist hier abrufbar.

 

Referenzen

Goschke, T., & Kuhl, J. (1993). Representation of intentions: Persisting activation in memory. Journal of Experimental Psychology: Leraning, Memory, and Cognition, 19(5), 1211-1226.

Marsh, R. L., Hicks, J. L., & Martin, L. B. (1998). Activation of completed, uncompleted, and partially completed intentions.Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition, 24(2), 350-361.

Maylor, E. A., Chater, N., & Brown, G. D. A. (2001). Scale invariance in the retrieval of retrospective and prospective memories. Psychonomic Bulletin & Review, 8(1), 162-167.

Maylor, E. A., & Darby, R. J. (2000). Retrieval of performed versus to-be-performed tasks: A naturalistic study of the intention-superiority effect in normal aging and dementia.Applied Cognitive Psychology, 14, 83-98.

Walter, S., & Meier, B. (2013, March). The influence of positive and negative valence of events on the intention superiority effect. Poster presented at the TeaP, Wien.